Bericht Saisonabschluss 2019/20

Verbandsliga Süd Frauen
HSG- Frauen überraschen mit dem Erringen des 3. Platzes in der Verbandsliga Süd

Saisoneinschätzung von W. Hohmann

Vier Spieltage vor dem regulären Ende der Saison 2019/20 beendete die Corona- Krise die Saison 2019/20 auch für die HSG- Frauen in der Verbandsliga Süd. Dabei avancierten die Frauen der HSG Schlaubetal-Odervorland mit dem dritten Tabellenplatz zur erfolgreichsten Mannschaft der Müllroser Handballer. Eine Platzierung, die so niemand im Verein und in der Liga erwartet hatte. Denn in der vorherigen Saison landete die Mannschaft in der Zehnerstaffel der Verbandsliga Süd mit 11:21 Punkten und einem negativen Torverhältnis von -28 lediglich auf dem 8. Tabellenplatz und war damit das zweitschlechteste Team der Liga. Dazu trennte sich die Mannschaft von ihrer Trainerin Ute Wagner. Unter diesen Umständen war sogar lange Zeit eine Abmeldung der Mannschaft zu befürchten, bis der Verein sich letztlich doch noch zur Meldung der Mannschaft für die Verbandsliga Süd entschloss und mit Cheftrainer Tobias Hallert und Co-Trainer Ralf Hale eine für alle überraschende Lösung auf der Trainerposition präsentierte. Überraschend vor allem deshalb, weil das neue Trainerduo noch nie zuvor eine Mannschaft zusammen trainiert hatte und die Mannschaft nach zahlreichen Abgängen und dem „Verschleiß“ von drei Trainern in den letzten Jahren allgemein als „schwer trainierbar“ galt. Von daher musste das Duo schnell ein realisierbares aber auch zukunftsfähiges Konzept erstellt werden. Hier erwies sich als hilfreich, dass T. Hallert gerade erst seine aktive Zeit als Spieler beendet hatte und auch R. Hale ehemals als Spieler der 2. Männermannschaft aktiv war. Von daher hatten beide unter mehreren Trainern gespielt und waren mit zahlreichen Trainings- und Wettkampfkonzepten vertraut. Dazu kannten beide durch Ehefrau (Hallert) und Tochter (Hale) die Mannschaft mit ihren Stärken und Schwächen sehr genau. Davon ausgehend wurde ein Konzept erarbeitet, das vor allem darauf ausgerichtet war, klare mannschaftliche Strukturen zu schaffen und vor allem eine kontinuierlich hohe Trainingsbeteiligung zu erreichen. Dazu wurde ein Mannschaftsrat gewählt, mit dem vor allem die mannschaftlichen Werte wie Disziplin, Wille und Ehrgeiz definiert wurden, um die mannschaftliche Geschlossenheit neu zu stärken. Dazu wurden neue Trainingsinhalte erarbeitet, die vor allem auf die Verbesserung des Deckungsverhaltens und eine variablere Angriffsgestaltung ausgerichtet waren. Hier konnten sich die Trainer vor allem auf die Führungsspielerinnen des Teams wie Caroline Hallert, Nora Reinhardt oder Luisa Lehmann, aber auch die Erfahrung der „Älteren“ wie Lysianne Kersten oder Sarah Regen stützen. Auch die Neuverpflichtungen von Sina-Sophie Schübler und Marie-Luise Otto trugen mit dazu bei, dass die Mannschaft mit einem 14-köpfigen Kader und damit einer nahezu gleichwertigen doppelten Besetzung auf allen Positionen in die Saison starten konnten.

Bereits die ersten Spiele der Mannschaft machten deutlich, dass ein neuer Teamgeist in die Mannschaft eingezogen war. Alte Schwächen aus der Vorsaison wie häufige Fehlabspiele, mangelndes Rücklaufverhalten oder nachlassender Kampfgeist bei Rückständen waren immer seltener zu sehen. Nach einem Sieg und zwei Niederlagen stellte sich mit dem 29:27 Auswärtserfolg beim HV Ruhland/Schwarzheide auch ein erster Achtungserfolg ein. Dem folgte ein klarer 29:24 Heimsieg gegen den ESV 94 sowie ein vielbeachtetes 24:24 beim bis dahin verlustpunktfreien Tabellenführer SSV Rot-Weiß Friedland. Mit den knappen Niederlagen beim LHC Cottbus II und dem HV Calau gab es dann auch wieder kleinere Rückschläge. Aber eines war deutlich erkennbar. Nämlich ein sichtlich verbesserter Teamgeist und ein spielerisch verbessertes Abwehr- und Angriffsverhalten. Damit konnte man die erste Halbserie mit 11:9 Punkten abschließen und hatte damit bereits genauso viele Punkte auf dem Konto, wie in der gesamten letzten Saison. Aber es sollte für die Mannschaft noch besser kommen. Denn in den vier Spielen der Rückrunde blieb die Mannschaft mit 5:1 Punkten und 121:94 Toren ungeschlagen. Lediglich gegen den Tabellenführer und Aufsteiger in die Brandenburgliga, die TSG Lübbenau 63 gab man in fremder Halle einen Punkt ab. Danach kam es dann infolge der Corona-Pandemie vier Spiele vor dem Ende zum Abbruch der diesjährigen Saison und einem sowohl von der Mannschaft selbst und einer überraschten Liga hervorragenden dritten Tabellenplatz. Ob da noch eine weitere Steigerung im Bereich des Möglichen gewesen wäre, gehört in die Kategorie der Spekulation.

So sieht es auch HSG Coach Tobias Hallert, der nach einem erfolgreichen ersten Trainerjahr die Saison wie folgt einschätzte: „Zuallererst gebührt mein Dank den Spielerinnen, meinem Co- Trainer Ralf und der Leitung der HSG für das in uns gesetzte Vertrauen. Es war nach der schlechten Vorsaison und mit den damals schwierigen Voraussetzungen für uns alle kein leichtes Unterfangen für den Start in die Saison 2019/20. Aber wir haben es dennoch geschafft und zwar alle gemeinsam. Darin sehe ich auch den Schlüssel für unseren Erfolg. Denn wir haben diese Saison als einen völligen Neubeginn betrachtet und es geschafft, das Negative aus der Vergangenheit hinter uns zu lassen und positiv nach vorn zu schauen. Diesen Weg möchte ich zusammen mit der gesamten Mannschaft, unseren Sponsoren und vor allem auch unseren Fans nach Möglichkeit weiter gehen. Dass dies in Anbetracht der derzeitigen Umstände nicht leicht wird, ist uns allen bewusst. Dennoch wollen wir alle Möglichkeiten nutzen, um auch zukünftig wieder attraktiven Frauenhandball in Müllrose zu spielen.“

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